Ich trete an!

Vor vier Jahren bin ich im ersten Wahlgang in den Wiler Stadtrat gewählt worden. Ich war gut auf das neue Amt vorbereitet. Ich hatte über 25 Jahre in der Bundesverwaltung gearbeitet und den Bereich Support und Infrastruktur bei Agroscope geleitet. Ich hatte acht Jahre Parlamentserfahrung, war in der GPK, der Werkkommission und gehörte der Kommission Reglemente an, die nach der Gemeindefusion alle wichtigen Reglemente, unter anderen auch die Gemeindeordnung beraten hat.

 

Ich fühlte mich gut vorbereitet, als ich am 2. Januar 2017 mein neues Amt als Stadtrat und Departementsvorsteher Bau, Umwelt und Verkehr antrat. Die Vorbehalte gegenüber den "Leistungen des BUV", die ich als ehemaliger Parlamentarier (natürlich) teilte, hatte ich beim Amtsantritt bewusst bei Seite geschoben. Die Verwaltung sollte eine faire Chance bekommen und ich gab mir eine Frist von sechs Monaten, um mich in alle Dossiers einzuarbeiten.

 

Doch die Realitäten, die ich im Departement kennenlernte, hatten wenig mit meinen Erwartungen und Vorurteilen gemein. Ich habe motivierte und loyale Menschen angetroffen, die sich weit über das geforderte Soll für die Aufgaben und Projekte der Stadt engagieren. Schnell wurde klar, dass die Ansprüche an das Departement mit den verfügbaren Ressourcen nicht zu leisten waren. Die Priorisierung von Tätigkeiten bewirkte Unzufriedenheit über nicht erbrachte Leistungen, die durch die Verwaltung eigentlich zwingend zu erfüllen sind.

 

Die Reorganisation des Departements, die Schaffung von neuen Abteilungen und Stellen, zeigte nach einem aufwändigen Prozess nach Jahren endlich Wirkung. Mit Genugtuung habe ich festgestellt, dass lang pendente Projekte endlich gestartet oder mit Priorität bearbeitet werden können. Unser politisches System stützt nicht schnelle Veränderungsprozesse, auch wenn diese überfällig sind, sondern ist eher auf Stabilität ausgelegt, was mitunter als Trägheit empfunden wird.

 

Heute bin ich in alle strategischen Projekte des Departements eingearbeitet. Die Projektierungsarbeiten für die ARA Region Wil-Uzwil, für die Hochwasserprojekte in Rossrüti, Bronschhofen und Wil, für die Umbauten der Kantons- und Hauptstrassen, für den Umbau des Bahnhofplatzes und andere mehr sind auf Kurs und haben einen guten Entwicklungstand. Als Präsident der Baukommission und der Stadtbildkommission beurteile und genehmige ich Bauvorhaben. Als Präsident der Arbeitsgruppe Energiestadt schaffe ich Anreize, damit sich Wil energiepolitisch vorbildlich verhält.

 

Wil muss sich entwickeln. Es fehlt an attraktivem Wohnraum, Gewerbe und Dienstleister brauchen bezahlbare Infrastrukturen an zentraler Lage, der Frei- und Grünraum muss an Qualität gewinnen, der Hochwasserschutz muss schnell umgesetzt werden, die Quartiere müssen sich gesellschaftlich entwickeln können, Lärm ist immer noch ein gravierendes Problem, ein vielfältiges kulturelles Angebot gehört zu Wil, das nebeneinander aller Verkehrsteilnehmenden braucht Anpassungen an den Infrastrukturen, Wil braucht eine Aktive Bodenpolitik und Wil muss klimaneutral werden. Die Stadtentwicklung muss in Wil stattfinden, ein Warten auf den Westen wirft uns zurück oder wir können nicht auf den Westen warten.

Ich sehe die anstehende Arbeit, die komplexen Grossprojekte. Ich habe Energie. Ich will Wil vorwärts bringen.

 

Deshalb trete ich auch für den 2. Wahlgang an.

Daniel Stutz, Stadtrat